Google Waves: Neue Horizonte durch Echtzeitkommunikation?

Das Google-Universum will bald um einen weiteren Sektor wachsen. Mailen, chatten und filesharing – nach zwei Jahren Entwicklerarbeit soll Google Wave die Echtzeitkommunikation revolutionieren. Google setzt dabei auf die Mithilfe der Community durch die Offenlegung des Quellcodes. Dieser Artikel bietet einen Blick auf die Preview und Tipps zum aufspringen…

Die grundlegende Idee hinter Google Waves ist, dass sich mehrere User gleichzeitig in Echtzeit unterhalten und Dateien, wie z. B. Bilder, Videos oder Mp3s, austauschen können. Das Prinzip erinnert an Twitter mit den Möglichkeiten einer E-Mail. Die Texte können formatiert, Tabellen und Grafiken sowie spezielle Extensions (z. B. Umfragenmodule) eingebunden werden. Da das ganze noch in der Alpha-Testphase ist kann man den Umfang jedoch nur erahnen.

„Das Ziel ist es, eine neue und schnellere Form der Kommunikation und Zusammenarbeit mit zusätzlichen Möglichkeiten zu schaffen“
sagt Google

Wie sieht Google Wave aus?

In den nächsten Absätzen werden die einzelnen Komponenten der Benutzeroberfläche und die Arbeitsweise näher erläutert um einen kurzen Überblick zu verschaffen.

Googlewave-Übersicht
Google Wave – die neue Kommunikationsplattform.

Die Benutzeroberfläche von GoogleWaves ist in vier Boxen (Gadgets) aufgeteilt. Der Aufbau ähnelt GMail oder IGoogle und das kommt natürlich nicht von ungefähr. Die Entwickler setzen hier offensichtlich auf die Intuition und den Wiedererkennungwert beim User. Trotzdem muss man sich erstmal orientieren und zurechtfinden.

Punkt 1: Die Navigation

die Navigation
die Navigation

Mit der Navigation kann man einzelne Ordner auswählen und Einstellungen vornehmen. Die Ordner beeinhalten die Waves und sortieren diese – wie in einem E-Mail-Programm – nach Kriterien wie z. B. Aktualität, vom User erstellt, noch nicht genehmigte Anfragen, Spam oder Papierkorb.

Schon hier wird das Prinzip von Google Waves klar: Alles wird in Waves organisiert. Einstellungen, Nachrichten und sonstige Aktionen werden in ein Objekt gepackt und können so zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen und modifiziert werden.

Punkt 2: Die Kontakte

die Kontaktbox
die Kontakt-Box

Über die Kontakt-Konsole lassen sich “Waver” anwählen, hinzufügen und verwalten. Jeder Kontakt wird mit einem Icon angezeigt, das man in seinem Profil hochladen kann. Mit Drag-und-Drop können diese Kontakte zu Waves hinzugefügt oder entfernt werden.

Klickt man auf “Manage contacts” gelangt man zum eigentlichen Adressbuch in einem seperaten Fenster. Es arbeitet wie ein herkömmliches E-Mail-Adressbuch mit allen bekannten Funktionen wie z. B. Gruppen erstellen.

Punkt 3: Die Waves in der Übersicht

die Übersicht
die Übersicht

In der Übersicht werden die Waves chronologisch aufgelistet. Dieser Part ist vergleichbar mit der Tweet-Liste in Twitter.
Hier zeigen (höchstens) drei Icons an, wer an einer Wave teilnimmt, der Inhalt wird mit der Überschrift und einem kurzen Anriss des Textes dargestellt und am rechten Rand kann man die Zeit bzw. das Datum der Erstellung sowie die Anzahl der ungelesenen (grün hinterlegt) und der Nachrichen insgesamt ablesen.

Über ein Menüleiste am oberen Rand hat man die Möglichkeit markierte Waves einem Order hinzuzufügen oder als gelesen/ungelesen zu taggen. Die Suchbox ermöglicht das Aufspüren von Waves mit speziellen Kriterien. Auf die Syntax der Suchanfragen komme ich später noch einmal zurück.

Punkt 4: Das Fenster für die Bearbeitung

die Wave bearbeiten
die Waves im Detail

Hier werden die Waves erstellt, gelesen und bearbeitet. In den oberen Bereich zieht man seine Kontakte und legt dadurch fest, wer die Wave bekommen soll. Die Menüleiste aus der Übersicht ist auch hier vorhanden und man kann die Nachrichten den entsprechenden Ordnern zuweisen.

Bearbeitet man eine Nachricht oder erstellt eine neue kommt man automatisch in den Editor-Modus. Hier stehen diverse Textformatierungen zur Verfügung und man kann zusätzliche Extensions, die zuvor installiert wurden, auswählen und einbinden. Zu den Extensions (die in dieser Phase der Entwicklung noch rar sind) zählen z. B. ein Sudoku-Modul, eine Umfrage, ein Landkarten-Modul (Google-Maps) und ein Video-Chat. Die Programmierung von Erweiterungen soll zukünftig von der wachsenden Community übernommen werden und somit für eine reichhaltige Auswahl sorgen.
Eine Besonderheit möchte ich noch erwähnen: Steht man mit den anderen “Wavern” gerade in Kontakt, kann man live verfolgen, wie das Gegenüber seine Nachricht eintippt.

Im unteren Bereich kann man noch jeder Wave Tags zuweisen, die die Auffindbarkeit erhöhen sollen.

Tipps für den ersten Ritt

Um den Einstieg zu erleichtern gibt’s hier ein paar Tipps:

  • Um überhaupt richtig loslegen zu können, braucht man Waves. Wenn man sie nicht gerade selbst erstellt findet man diese am besten über die Suchfunktion in der Übersicht.

    • tag:Name – Sucht nach Waves mit dem Tag Name
    • title:Begriff – Sucht nach Waves mit Begriff im Titel.
    • creator:Name – Suche nach Waves, die von Name erstellt wurden.
    • participant:Name – Suche nach Waves mit dem Teilnehmer Name
  • Natürlich will man auch mal eine Wave für die Öffentlichkeit erstellen. Das ist ein bisschen umständlich, denn die Öffentlichkeit ist ein eigener Kontakt, den man erst suchen und zu seiner Liste hinzufügen muss.
    • In der Kontakt-Box auf das Plus-Zeichen für hinzufügen drücken, dann “public@a.gwave.com” in das Eingabefeld einfügen, die Meldung “User does not have a Google Wave account” ignorieren und “Enter” drücken. Dann erscheint der Globus, welcher wie ein Kontakt behandelt aber bei der nächsten Sitzung wieder verschwunden sein wird. Das sollten die Entwickler nochmal überarbeiten.
  • Eine Liste der Google Wave Extensions gibt es hier: Google wave Extensions List.

Fazit

Ob Google Waves einmal die Kommunikation revolutionieren wird, bleibt abzuwarten. Anhand der Testversion lässt sich das jedenfalls schwer beurteilen, da es noch sehr ruhig zugeht und wenig Komponenten verfügbar sind. Einige Bereiche sind noch “under construction” und fehlen komplett oder sind noch extrem “buggy”. Das führt dazu, dass der anfängliche Hype schnell nachlässt und man das Interesse verliert. Kann Google Waves seine etablierten Konkurrenten wirklich übertreffen?

Und zu guter Letzt…

Da Google zur Zeit nur als Preview-Version (also noch nicht einmal Beta) läuft, ist es öffentlich noch nicht zugänglich. Man muss eine Einladung bekommen um mitspielen zu können. Ich habe noch ein paar Google Waves-Invites zu vergeben. Wer Interesse hat, sich das ganze mal anzusehen, braucht einen Google Mail-Account und sollte einen Kommentar auf diesen Post hinterlassen. Das Zufallsprinzip entscheidet. Bis die Einladung bei euch eintrifft, kann allerdings bis zu einer Woche dauern…

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5 Kommentare zu “Google Waves: Neue Horizonte durch Echtzeitkommunikation?”

  1. Rollibock

    (am 14. November 2009 um 10:01)

    Hum interessant, mal ein eher ernüchternder Bericht über Wave (Fazit betreffend). Trotzdem würde ich auch gerne mal die Nase reinstecken, und an der Verlosung teilnehmen – Danke ;)

  2. JumpingPixel

    (am 14. November 2009 um 21:10)

    Hallo supper Zusammenfassungen. Ich bin mal gespannt was Google da hingelegt hat. Die Aussage “Wave wird die Kommunikation verändern” ist schon etwas hoch gegriffen.

    Über eine Invite würde ich mich freuen einfach um mal zu sehen in wie fern die Aussagen zutrifft.

  3. h3nn3s

    (am 17. November 2009 um 15:19)

    Interessante Zusammenfassung, man darf wirklich gespannt sein ob Google Wave mehr ist als nur ein weiterer kurzer Hype.
    Gerne würde auch ich dennoch mal ein Blick riskieren und mir eine eigene Meinugn Bilden. – Danke

  4. Tekl

    (am 19. November 2009 um 15:34)

    Ich würde auch gerne auf der Welle mitreiten.

  5. Thomas Ipad

    (am 10. März 2010 um 01:03)

    Wir werden erst einmal abwarten ob Google auch in diesen Markt einsteigen kann – ich bezweifel es!

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