Flattr ist der neue Social Payment-Service aus Malmö – gestartet 2010 und offiziell noch in der Beta. Flattr soll es dem User einfach machen, Leistungen im Web zu entlohnen.
Eigentlich scheint so ein Dienst für Gelegenheitsblogger eher suboptimal zu sein, aber die Neugier siegt und ich melde mich an…
Um ehrlich zu sein könnte so ein Geschäftsmodell an Leuten wie mir sogar zerschellen. Ich soll für Inhalte, die mir doch sowieso kostenlos zur Verfügung stehen, zahlen? Ich habe Familie!
Auf der anderen Seite bin ich Networker. Ich habe Accounts bei Twitter, Xing, LastFM, YouTube… (Nee, nicht bei Facebook). Und auch bei Flattr reizt eben die Community – die Idee, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
Die Idee hinter Flattr
Und genau da setzt Flattr an. Social Payment im Sinne von Money Sharing, ich teile mein Geld mit Leuten, die eine Leistung anbieten oder vollbracht haben und bezahle sie nicht bzw. spende nicht. Außerdem muss ich einen Account bei Flattr haben um Geld zu empfangen. Es bleibt also in der Familie.
Um mich anzumelden brauche ich eine Einladung, weil sich der Service noch in der Beta-Phase befindet. Das Prinzip kenne ich von Google Waves und nach ein paar Tagen befindet sich die Highly personal Flattre invite in meinem Email-Postfach. Es kann losgehen.

Der 6-Punkte Plan bei Flattr
Willkommen bei Flattr – ein Dashboard!
Nach der Anmeldung lande ich auf dem Dashboard meines Accounts. Um mir den Einstieg zu erleichtern und erste Verwirrungen zu beseitigen verfolge ich automatisch einen 6-Punkte-Plan. Und er beginnt mit dem unangenehmen Teil, ich muss einzahlen. Die Höhe meines Beitrags kann ich selbst festlegen, das Minimum beträgt 8€. Ich bleibe bescheiden und zahle das Minimum ein. Ich will Flattr ja erstmal testen. Bezahlt wird per PayPal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung.
In Punkt zwei werde ich gefragt wieviel Geld ich monatlich verflattrn will. Mindestens 2€ bis rauf zu 100€. Auch hier entscheide ich mich für den kleinsten Wert. Der wird nämlich auf jeden Fall abgezogen auch wenn ich gar nicht flattr. Dann geht er an einen guten Zweck.
Von allen Beträgen (Einzahlung sowie monatliche Flattr-Rate) wird übrigens ein Anteil von 10% abgezogen. Der ist für den Club.

Überblick des Kontos
Sind die Geldgeschäfte abgewickelt, kann ich mich als vollwertiges Mitglied der Flattr-Gemeinde betrachten. Ich erstelle mein Profil und verknüpfe mein öffentliches Erscheinungsbild mit Gravatar. Das entspricht meiner Corporate Identity im Netz und erspart mir das übliche Account-Gefrickel. Bei den Profil-Einstellungen kann ich selbst festlegen, wieviele Informationen ich über meine Person preisgeben will. Danke hierfür!
Und jetzt wird es ernst. Ich darf mein erstes Thing flattrn. Das bedeutet, ich suche mir jemanden, dem ich schon immer mal zeigen wollte wie toll ich es finde, dass er das tut, was er tut und drücke auf seinen Flattr-Button um ihm oder ihr einen Teil meines monatlich festgelegten Betrages zukommen zu lassen. Der Anteil wird aus der Höhe dieses Betrages, geteilt durch die Anzahl meiner Flattr-Klicks pro Monat berechnet. Mir fällt spontan Technikwürze ein. Die finde ich gut.
Endlich komme ich dran. Ich darf meine Internetseite übermitteln und den schicken Web 2.0-Button darauf positionieren. Den Button kann ich auf 2 x 2 Arten einbinden. JavaScript mit Direktzähler und Pop-Up groß, JavaScript mit Direktzähler und Pop-Up dezent, .gif mit Verlinkung jeweils groß und dezent. Ich entscheide mich für JavaScript – verweise an dieser Stelle aber an den Artikel von Molily JavaScript muss asynchron werden.
So, das war es schon. Jetzt muss die Sache nur noch rollen…
Neue Idee – neues Geld?
Flattr soll es dem User einfach machen, Leistungen im Web zu entlohnen. Doch ist der User wirklich bereit sich für prinzipiell kostenlose Leistungen erkenntlich zu zeigen? Auch hier wird die Größe der Community und deren Streuwirkung über Gedeih und Verderb entscheiden. Sollte ich nach ein paar Monaten merken, dass ich lediglich mein Geld verflattre, werde ich wohl meinen Account wieder stilllegen.
Der Button befindet sich rechts oben. Flattr sagt Danke.






