schema.org und Google+. Bedeutung und Implementierung für Weblogs – Teil 3

von Henry Zeitler

Der dritte und letzte Teil der Serie zeigt, wie der Webmaster zu seinen wohlverdienten Sternen in den Suchergebnislisten kommt und wofür die eigentlich gut sind. Die Implementierung des Author-tags wird durch die notwendige Authentication bei Google abgerundet und ich gebe ein paar Tipps, wie man seinen Google+ Account aufbauen, pflegen und aktualisieren sollte, um für Google und den neuen Dienst Google – Search, plus Your World beste Voraussetzungen zu haben.

Wer sich in den Suchergebnislisten von seinen Konkurrenten abheben will, kann sich diverser Mittel bedienen. Die Palette reicht von allen möglichen Sonderzeichen bis zu den besagten Sternen. Was auffällt ist gut, allerdings sollte es niemals nach einer arglistigen Täuschung aussehen, denn Google straft solche Extremfälle durchaus ab.

 

Krieg der Sterne ★★★★☆

Der Bewertung einer Internetseite oder eines angebotenen Produkts sollte immer eine nachvollziehbare Quelle zugrunde liegen. Genau wie die meisten Endverbraucher lässt sich auch Google in dieser Hinsicht kaum täuschen.
Reden wir von Bewertungen, so reden wir – im Falle von schema.org – von aggregateRating. Eine immer beliebter werdende Form von aggregateRating sind die fünf Sterne, die über die entsprechenden Microdata-Annotationen sogar in den SERPs dargestellt werden. Das sorgt für einen Blickfang und spiegelt bei guten Bewertungen das Vertrauen in die Firma bzw. das Produkt wieder. Die CTRs und damit der Traffic auf der Seite können dadurch durchaus positiv beeinflusst werden.

Nachweisbare Quellen für Ratings kann sich der Webmaster vielerorts beschaffen. Für Shops gibt es z. B. die Verkäuferbewertungs-Erweiterung von Google selbst. Für WordPress (und natürlich viele andere CMS- oder Blogsysteme) gibt es diverse Plugins (z. B. WP-PostRatings). Natürlich gibt es auch Anbieter von kostenpflichtigen Systemen wie z. B. eKomi.

Hat der Webmaster eine nachvollziehbare Quelle für die Bewertungen gefunden und die ersten positiven Ergebnisse bekommen (bei Googles Verkäuferbewertung geht es ab 30 positiven los), ist die Implementierung und Auszeichnung der entsprechenden Werte recht einfach:


<div itemprop="aggregateRating" itemscope itemtype="http://schema.org/AggregateRating"> 
    <span itemprop="ratingValue">4</span> / <span itemprop="bestRating">5</span> 
    <span itemprop="reviewCount">250</span> Bewertungen insgesamt 
</div>

Nicht zu vergessen ist hier die Angabe über die höchst mögliche Bewertung (bestRating). Somit bekommt Google den Hinweis, dass es sich um ein 5-Sterne-System handelt und kann es entsprechend in den SERPs adaptieren. Jüngst hat Google ein Video zum Thema veröffentlicht, welches die Herangehensweise noch einmal verdeutlicht:


Google-Video zu aggregateRating. Quelle: Videoanleitungen für Rich Snippets

 

Autoren zeigt euch!

Im zweiten Teil dieser Serie habe ich die richtige Einbindung des Author Attributs besprochen. Um aber die Verknüpfung zwischen Quelle (Blog) und Google+ Account zu schaffen, bedarf es zwei weiterer simplen Schritte. Ein Eintrag bei Macht mit bei sowie die Google Authentication.

Die Rubrik Macht mit bei befindet sich im Profil des Google+ Accounts unter dem Reiter Über mich. Dort wird in der Sidebar einfach der Link zum Blog eingetragen. Damit ist auch die Verknüpfung über rel="me" automatisch erstellt.

Die Authentication besteht eigentlich nur aus einer Art Rückmeldung über das Authorship Request Formular. Die Authentication wird wohl neuerdings automatisch ausgeführt und bedarf keines Formulars mehr. Zumindest ist dieses Formular nicht mehr über den üblichen Link aufrufbar. Umso besser.

Wurde alles richtig gemacht wird im Rich Snippet Testing Tool die Rückmeldung Verified: Authorship markup is verified for this page. in Grün ausgegeben. Es ist vollbracht. Nun ja, erstmal…

 

Hier ein paar Tipps: Der Google+ Account dient als Katalysator

Und genau deswegen sollte er nicht vernachlässigt werden. Google implementiert seine neuen Features immer erst in der Heimat – den Staaten. Dort gibt es auch schon die Search, plus Your World Box. Eine Box neben den eigentlichen Suchergebnissen, die aufgrund der Präferenzen des Users und seiner Suche die entsprechenden Google+ Accounts und Pages anzeigt. Dort aufzutauchen, an exponierter Stelle, bedeutet also einen wesentlichen Mehrwert, will der Blogger auf sich aufmerksam machen.
Google legt nun viel Wert auf Aktualität. Aktuelle Informationen mit qualitativ hochwertigem Inhalt werden bevorzugt behandelt. Aus diesem Grund empfiehlt Google eine regelmäßige Aktivität auf dem Google+ Account. Regelmäßig heißt in diesem Fall einen neuen Post innerhalb von 72 Stunden. Das soll dann die Platzierung in der Box gewährleisten…

Desweiteren indexiert Google nach eigener Aussage bevorzugt die Description eines Accounts bzw. einer Page. Das bedeutet, dass dort die Major Keywords untergebracht werden sollen. Das erhöht die Auffindbarkeit bei entsprechender Themen-Relevanz.

Es ist nicht die Menge der Accounts, die einem folgt wichtig sondern deren Qualität. Das bedeutet, wenn ein Google+ Account wenige Follower mit vielen +1en hat ist das mehr Wert als viele Follower mit wenigen +1. Damit will Google die Möglichkeit durch gekaufte Follower seinen Status zu verbessern ausschließen. Genauso zählt das sharen eines Beitrags nicht so viel wie die Vergabe eines +1.

 

Fazit

Ich bin froh diese Serie endlich zu Ende zu bringen, denn es wird in der letzten Zeit soviel (zu viel) über Google, Google+ und Rich Snippets veröffentlicht und geredet. Letztlich sollte sich der Webworker über eins im Klaren sein: Der Traffic auf die Internetseite bzw. das Ranking wird sich nicht am nächsten Tag steigern. Das Verhalten auf dem Blog hinsichtlich der Aktualität und Qualität sollte sich durch die Maßnahmen auch nicht ändern. Selbst wenn Google+ einmal scheitern wird, wird die Suchmaschine Google weiter existieren. Deswegen wird die Implementierung von Rich Snippets auch niemals einen Nachteil darstellen. Better take it than leave it…

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